Geschichtlicher Hintergrund Den Auftrag zur Komposition erhielt Mendelssohn wohl 1839 vom Rat der Stadt Leipzig anlässlich der Vierhundertjahrfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg. Mendelssohn rang lange mit der geeigneten Form für das Werk, dachte an ein Oratorium oder eine großangelegte Psalmvertonung, bis er schließlich in einer Mischung aus Sinfonie und Kantate die für ihn geeignete Form fand. So entstand der „Lobgesang“, der am 25. Juni 1840 in einem großen Festkonzert in der Leipziger Thomaskirche erstmals erklang. Später erweiterte Mendelssohn das Werk noch um einige weitere Sätze. Die zweite Fassung des Werks erklang erstmals am 3. Dezember 1840 in Leipzig. Die Uraufführung des „Lobgesang“ war ein beachtlicher Erfolg, und das Stück wurde zu einem der meistaufgeführten Werke Mendelssohns zu seinen Lebzeiten. Für Mendelssohn persönlich stellte das Werk den Wendepunkt nach einer eineinhalb Jahrzehnte währenden Schaffenskrise dar, in der es ihm nicht gelungen war, ein mehrsätziges sinfonisches Werk zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen. Von seiner „Reformations“-Sinfonie war der Komponist nach erfolglosen Aufführungen abgerückt, und die Arbeit sowohl an seiner „Italienischen“ als auch an seiner „Schottischen“ Sinfonie hatte er zurückgestellt, weil er von den Ansätzen seiner Kompositionen nicht mehr überzeugt war. Beim „Lobgesang“ gab der Auftraggeber die Kombination eines sinfonischen Werkes mit Chor vor, doch war es dieser Impuls, der Mendelssohn in die Lage versetzte, ein typisches ästhetisches Problem der Romantik zu lösen und eine glaubhafte Form für das Zusammenwirken von Poesie und Musik zu finden. Nach der Lösung dieser Aufgabe war Mendelssohn innerlich freier, auch andere Werke in eine befriedigende Form zu bringen: Er vollendete seine „Schottische“ Sinfonie und veröffentlichte sie ebenso im Druck wie Die erste Walpurgisnacht als seine zweite Sinfoniekantate und weltliches Gegenstück zum Lobgesang. 1842 hatte Mendelssohn seine „Schottische“ Sinfonie als Sinfonie Nr. 3 veröffentlicht, eine Sinfonie Nr. 2 war zu seinen Lebzeiten jedoch nicht erschienen. Der Komponist hatte diese Nummer vermutlich für seine früher entstandene „Italienische“ Sinfonie vorgesehen, die er nach der Uraufführung 1833 für eine Überarbeitung zurückgestellt, jedoch nie vollendet hatte. Die „Italienische“ wurde dann postum als Sinfonie Nr. 4 veröffentlicht. Wohl um die Nummerierungslücke zu schließen wurde später, Jahrzehnte nach Mendelssohns Tod, der Lobgesang in der alten Mendelssohn-Gesamtausgabe als Nr. 2 in die Reihe der Sinfonien eingereiht, obwohl es keinen Hinweis darauf gibt, dass dies den Intentionen des Komponisten entsprach. Im neuen Mendelssohn- Werkverzeichnis (2009) ist der Lobgesang nicht mehr unter den Sinfonien, sondern bei den Vokalwerken aufgeführt. Text: © Wikipedia
Kirchweihkonzert Mendelssohn: „Lobgesang“ Doris Döllinger – Sopran Gustavo Sanchez – Tenor Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt Kammerorchester Regensburg Bläser des Bayerischen Staatsorchesters Elke Szczesny – Orgel Leitung: KMD Hermann Wellner
Kirchenkonzert
Impressum & Copyright Sonntag, 15.10.2017 17:00 Uhr Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Deggendorf